Sukzessionale Agroforstsysteme als Alternative Anbauform


[Das Waldgartensystem]
[Prinzipien]
[Pflanzenkonsortien]


Pflanzenkonsortien
Verfasser: Joachim Milz Februar 2005 ©

Jedes System und Subsystem, ausgehend von den Kolonisatoren über die verschiedenen Stadien von Akkumulationssystemen bis zu Abundanzsystemen, ist charakterisiert durch die an einem bestimmten Ort natürlich vorkommenden Pflanzenarten- und Gemeinschaften. Diese unterscheiden sich erheblich, je nach Standort. Sie unterliegen alle jedoch einem gemeinsamen Prinzip der Funktionsweise und Dynamik der Artenfolge, die sich wie folgt darstellen lässt. Die Untergliederung in Pflanzenkonsortien erfolgt dabei nach ihrer durchschnittlichen natürlichen Lebensdauer innerhalb eines Systems.


Klassifizierung von Pflanzenkonsortien in Agroforstsystemen nach GÖTSCH

Viele Nutzpflanzen wie Mais, Reis, Bohnen und Gemüsearten gehören zu den Pionieren von Abundanzsystemen.

Nach der Samenreife sterben die Pioniere ab und ihr organisches Material wird durch die Mikroorganismen des Bodens umgebaut. Dieses steht nun den in der Sukzession folgenden Arten zur Verfügung (Sekundärarten I), die einen Lebenszyklus von 6 Monaten bis zu 2 Jahren haben. Auch hier finden sich Vertreter von Nutzpflanzen, wie z.B. Ananas ( Ananas cosmus ), Straucherbse ( Cajanus cajan ), Maniok ( Manihot esculentum) und Rhizinus ( Rhizinus cosmus ). Im Schutz der Sekundärarten I wachsen die Sekundärarten II mit einem Lebenszyklus von 2 bis etwa 15 Jahren, die nach dem Absterben der ersteren das System dominieren. Vertreter von bekannten Nutzpflanzen dieses Konsortiums von tropischen Abundanzsystemen sind Banane (Musa ssp.), Papaya (Carica papaya), Chirimoya (Annona cherimola), Pfeffer (Piper nigrum) und Rambutan (Nephelium lappaceaum).

Die Sekundärarten III mit einem Lebenszyklus von 15 bis zu 80 Jahren kennzeichnen bereits den Übergang zu den Primärarten. Zu den Sekundärarten III gehören unterschiedliche Zitrusarten wie Zitronen ( Citrus limon ), Apfelsinen ( C. sinensis ), Mandarinen ( C. reticulata ) und Pampelmusen ( C. maxima ) ferner Avocado ( Persea americana ) und verschiedene weniger bekannte tropische Obstsorten wie Marang ( Artocarpus ssp .) und Mapatí ( Porouma tomentosa ). Zu den kultivierten Primärarten gehören Kakao ( Theobroma cacao ), Kaffee ( coffea ssp .), Mango ( Mangifera indica ), Jackfruit ( Artocarpus heterophyllus ) ferner native Obstgehölze der Gattung Rheedia wie Mangostan und Achachairú sowie die Amazonasnuss oder auch Paranuss (Bertholletia excelsa). Die meisten tropischen Edelhölzer wie Mahagoni ( Swetenia macrophylla ) gehören ebenfalls zu den Primärarten.

Jedes der oben beschriebenen Konsortien ist aus Arten zusammengesetzt, die ein unterschiedliches „Stockwerk einnehmen. Es lassen sich dabei vereinfacht drei unterschiedliche „Stockwerke“ beschreiben:

•  Oberbau

•  Mittelbau

•  Unterbau.

Im Falle der oben aufgeführten Pionierarten gehören die Bohnen zum Unterbau, Tomaten nehmen den Mittelbau ein und Mais den Oberbau. Alle drei Arten lassen sich deshalb auch zusammen kultivieren.

Die Tabelle im Anhang (als download) gibt eine Übersicht über die Einordnung verschiedener Kultur- und Wildarten für den Anbau in Agroforstsystemen.