Aufgabenstellung

Durch die Verknappung der fossilen Energieträger steigen in beträchtlichem Maße auch die Energiekosten in den Ländern des Südens.
Deshalb gewinnen nicht nur in Europa nachwachsende Rohstoffe zur Energiegewinnen eine immer größere Rolle.

In den ländlichen Haushalten vieler sog. Entwicklungsländern wird traditionell Holz als Kochenergie verwendet. In einigen Regionen werden auch Petroleum und Flüssiggas als Energiequelle zum Kochen oder auch zur Beleuchtung verwendet.

In vielen Regionen ist bereits Holz als Energieträger knapp und dessen Nutzung zum Kochen trägt mit zur Entwaldung bei.

Welche Möglichkeiten gibt es nachwachsende Energieträger zur Nutzung in Haushalten einzusetzen?

Ölhaltige Pflanzen

Ölhaltige Pflanzen kommen praktisch in allen tropischen Regionen der Welt vor. Dabei unterscheiden wir Ölpflanzen für den menschlichen und tierischen Verzehr und Ölpflanzen, die nicht für den Verzehr geeignet sind.

Ölhaltige Pflanzen können die Grundlage für die Eigenbedarfsversorgung als Lebensmittel und als Energieträger bilden.

Ein Beispiel für die Engieversorgung ist die Purgiernus (Jatropha curcas) und die mit ihr verwandte Rizinuspflanze (Rhizinus cosmus).
Die Purgiernuss (Piñon)
Die Pugiernuss (Jatropha curcas) gehört zur Familie der 175 Arten umfassenden Euphorbiaceae (Wolfsmilchgewächse ) und stammt ursprünglich aus Zentralamerika. Portugiesische und holländische Seefahrer brachten die Pugiernuss während der Kolonialzeit nach Afrika und Asien.
Heute ist die Pflanze weltweit in den Tropen verbreitet.

Eigenschaften der Pugiernuss:

  • Als Sukkulent (Saftpflanze) benötigt die Pugiernuss kaum mehr als 500 mm Niederschlag um zu gedeihen.
  • Sie kann noch gut an marginale Standorte mit armen Böden sowie geringen Niederschlägen angebaut werden.
  • Sie kann einen Beitrag zu Erosionsschutz leisten.
  • Die Pflanzen vertragen leichte Fröste und können ebenso in Gebieten mit hohen Niederschläge kultiviert werden.
  • Sie kann eine ökologische Nische füllen, ohne mit wichtigen Nahrungspflanzen zu konkurrieren.
  • Die Samen sind giftig und für Rinder und Ziegen ungenießbar und wirken ferner als Insektiziden und Molluskizide. In Gebieten mit Viehaltung kann sie als Lebendzaun eingesetzt werden.
  • In der traditionellen Human- und Tiermedizin werden Samen, Blätter, und Öl der Jatropha gegen eine Reihe von Leiden verwendet: als Abführmittel, zur Wunddesinfektion, Hautkrankheiten und rheumatischen Schmerzen. Inzwischen vielfach wissenschaftlich belegt.
  • Das Öl kann zur Herstellung hochwertiger Seifen genutzt werden.
  • Die Vermehrung erfolgt durch Samen oder Stecklinge.
  • Sie können als Hecken um Gärten und Felder dienen, da sie von Tieren nicht gefressen werden.
  • Der Presskuchen aus den Rückständen zur Ölgewinnung kann als Dünger verwendet werden, dessen Stickstoffgehalt ähnlich hoch ist wie der von Hühnermist.

Im technischen Bereich

  • Alle Pflanzenöle können im flüssigen Zustand als Energieträger für Kochherde genutzt werden.
  • Pflanzenöle sind als Treibstoff für Öllampen verwendbar.
  • Da Pflanzenöl erst ab bestimmten Temperaturen (250-300°Grad) brennbar ist, bestehen nur geringe Gefahren beim häuslichen Einsatz
  • Pflanenzöl ist natürlich abbaubar, die Handhabung ist einfach und ungefährlich.
  • Die Verbrennung von Pflanzenöl ist Kohlendioxid neutral.

Einfache vor Ort reproduzierbare Technologie

  • Verwendung von manuellen Mühlen
  • Einsatz von manuellen Ölpressen
  • Einsatz von Pflanzenölkochern
  • Einsatz von Öllampen

Angepaßte mittlere Technologie

Umrüstung von Dieselfahrzeugen auf Pflanzelölbetrieb
Umrüstung von Dieselgeneratoren auf Pflanzenölbetrieb
Einsatz von Pflanzenölpressen mit Pflanenzöl tauglichen Antrieben

Wirtschaftseffekte

  • Regionale Wertschöpfung

 

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