Ökonomische Aspekte


Verfasser: Joachim Milz Februar 2005 ©

Die Akzeptanz und Verbreitung von Agroforstsystemen hängen von verschiedenen Einflussfaktoren ab. Sie betreffen nicht nur die Vermarktungsmöglichkeiten und die dabei zu erzielenden Preise für die Produkte sondern auch Aspekte, wie z.B. Einsparung an Arbeitszeit, Möglichkeiten der Arbeitserleichterung, Unterdrückung von Unkrautbewuchs und dadurch Einsparung von Arbeitskraft (auch für den Anbau von Folgekulturen), Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln, Ertragspotential und Risikominderung bezüglich Krankheits- und Schädlingsbefall sowie Produktionsausfälle durch Trockenheit. Von zunehmender Bedeutung für viele Kleinbauern ist außerdem die Sicherung der Nahrungsmittelversorgung.

Ist der Produktionsfaktor Boden knapp, so wird der Landwirt mehr Interesse an Maßnahmen zeigen, die die Bodenfruchtbarkeit verbessern und die Flächenproduktivität erhöhen. Ist der Produktionsfaktor Arbeit knapp und steht Boden in ausreichender Menge zur Verfügung, kann die Bodenfruchtbarkeit über das Verlängern von Brachezeiten positiv beeinflusst werden, ohne dass dies dem Landwirt Kosten verursachen würde. In diesem Fall wird die Optimierung des Faktors Arbeitskraft im Vordergrund stehen und Techniken, die zu einer Rationalisierung des Arbeitseinsatzes führen besonderes Interesse wecken.

Auf allen Kontinenten der Erde wird in zunehmenden Maße der Produktionsfaktor Boden knapp. Dies führt zu immer kürzen Brachezeiten und in der Folge zu einer zunehmenden Erschöpfung von Bodenfruchtbarkeit. Für eine ökonomische Bewertung von Produktionssystemen ist es daher unabdingbar, Nachhaltigkeitskriterien mit in die Berechnungen einzubeziehen.

Eine große Anzahl auf dem Weltmarkt gehandelter Produkte wie Kaffee, Kakao, Bananen, Getreide und Ölfrüchte unterliegen einem kontinuierlichen Preisverfall und viele Landwirte, die sich auf solche Kulturen spezialisiert haben, sind in ökonomische Krisen geraten. Zahlreiche Kaffeproduzenten in Lateinamerika sind seit mehreren Jahren davon betroffen und suchen nach Alternativen zur Diversifizierung ihrer Produktion.

Um dem Nachhaltigkeitsaspekt besser gerecht zu werden, müsste bei Produktivitätsberechnungen daher die Produktivität einer Flächeneinheit in Bezug auf einen längeren Zeitraum berücksichtigt werden. Berechnungen die auf konkreten Anbauerfahrungen beruhen liegen vor und werden gesondert veröffentlicht.